FM29

Parallelseminar 11
Delir und Palliative Care: Eine kritische und praxisorientierte Reflexion der aktuellen Evidenzlage

J. Gärtner1, D. Büche2, C. Ostgathe3, M. Schlögl4, S. Eychmüller5, C. Camartin6 (1Basel ; 2St. Gallen ; 3Erlangen DE; 4Zürich ; 5Bern ; 6Chur)


Hintergrund

Das delirante Syndrom in der Palliative Care ist für die betroffenen Patienten, ihre Familien aber auch die betreuenden Teams mit grossen Belastungen und Herausforderungen verbunden. Ins besondere bezüglich der Indikationsstellung und Wahl der medikamentösen Therapie haben kürzlich publizierte Studien Unsicherheit verbreitet. Die Fachgruppe Ärzte von palliative ch hat dieses Thema aufgegriffen.

Ziel

Es sollten die wichtigsten Aspekte der Prophylaxe, Diagnosestellung, medikamentöser- und nicht-medikamentöser Therapie des deliranten Syndroms dargestellt und diskutiert werden.

Methode

Anlässlich der 2017 erschienenen, beachtenswerten randomisierten, kontrollierten Doppelblindstudien (RCTs) zur medikamentösen Therapie des Delir in der Palliative Care wurde während der Summer School der Fachgruppe Ärzte und durch eine gemeinsame Publikation das klinische Vorgehen bei diese häufigen Symptom reflektiert, und in einer Redaktionsgruppe konsentiert. Dieser Bericht könnte unter anderem zur Revision  der BIGORIO Leitlinien zum Thema Delir (1) verwendet, und als Hilfe für die Praxis genutzt werden (vgl. auch 2,3).

Resultate

Von grösster Bedeutung sind die Identifikation gefährdeter Patienten sowie die Vorbeugung des deliranten Syndroms. Stets sollten Risikofaktoren minimiert werden. In der Palliative Care bestimmt u.a. die zeitliche Prognose wesentlich die Intensität und Wahl von Diagnostik und therapeutischem Vorgehen. Insbesondere die hypoaktiven- und Mischformen werden häufig nicht diagnostiziert. Entschprechend der Vorarbeiten (2, 3) werden bei der Präsentation dieses Abstracts weitere, praxisorientierte Vorschläge für den Umgang mit dem Deliranten Syndrom in der Praxis der Palliative Care vorgestellt und diskutiert.
 

 

Schlussfolgerung

Essentiell ist die Feststellung, dass das delirante Syndrom an sich oder gar «Verwirrtheit» und «Unruhe» allein keine Indikationen zur Pharmakotherapie darstellen. Vielmehr sollte die Verwendung von Benzodiazepinen und Neuroleptika auf stark ausgeprägte neuropsychiatrische Symptome im Rahmen des hyperaktiven Delirs beschränkt bleiben; Wirkung und Nebenwirkungen müssen jeweils intensiv überwacht/ evaluiert werden, insbesondere in den ersten Stunden der Anwendung. Die neu publizierten Studien geben keinen klaren Hinweis auf die Wahl der Medikamente.

1. BIGORIO Leitlinien https://www.palliative.ch/de/fachbereich/arbeitsgruppen-standards/best-practice
2. Gaertner et al Ther Umschau 2018 (accepted)
3. Gaertner et al Frontiers Neurology 2018 (accepted)

    	
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