FM18


Identifizierung von Lücken in der Palliativversorgung und Massnahmen zur Schliessung, Stadt Zürich

R. Kunz (Zürich)


Hintergrund

Die nationale Strategie Palliative Care hat viele Eckpunkte für eine flächendeckende Palliative Care Versorgung definiert. Die Umsetzung liegt in der Verantwortung der Kantone und Gemeinden. Es braucht einen regionalen politischen Willen dafür. Eine Motion zur «Schliessung der Lücken in der Palliative Care Versorgung der Stadt unter Berücksichtigung der nationalen Strategie» hat den Stadtrat von Zürich bewogen, ein Projekt zur Schliessung von Lücken zu starten. 

Ziel

Identifikation von Lücken in der Palliativversorgung, Definition von möglichen Massnahmen zur Schliessung der Lücken, um die palliative Versorgung der Einwohner der Stadt in allen Settings und sowohl in der palliativen Grundversorgung wie in der spezialisierten Versorgung qualitativ zu verbessern. Erstellung eines Massnahmenplans und Verbesserung der Versorgung, jährliche Zwischenevaluation und Schlussevaluation.

Methode

Definition von 6 Massnahmen:

1. Information über Palliative Care für die städtische Bevölkerung sowie für Betroffene und nahestehende Bezugspersonen

2. Informations- und Bildungsangebote für Fachpersonen

3. Systematische Erfüllung von Palliative Care-Anforderungen durch Vertragspartner

4. Systematische Erfüllung von Palliative Care-Anforderungen durch Dienstabteilungen des Departementes

5. Weiterentwicklung Mobile Palliative Care Teams in der Stadt Zürich

6. Aufbau eines medizinischen Palliative Care Dienstes zur Unterstützung von Mobilen Palliative Care Teams in der Stadt Zürich

Laufende Evaluation des Projektes durch das Büro "formative works" mit Rückkoppelung ins laufende Projekt.

Resultate

Start der Umsetzung Anfang 2020. Die 6 Massnahmen kommen unterschiedlich voran, weil einzelne Projekte durch die Corona-Pandemie behindert wurden. Die laufenden Massnahmen erlaubten aber auch sehr kurzfristige Anpassungen mit Fokus auf die Pandemieproblematik, wodurch es möglich wurde, zeitnah den Leistungserbringern (Heime, Spitäler, Spitex) Unterstützung in der palliativen Versorgung von Betroffenen zu bieten. 

Schlussfolgerung

Die Leistungserbringer der Palliative Care sehen zwar oft Lücken im Alltag, ohne politische Unterstützung ist deren Schliessung im Alltag aber meistens sehr schwierig. 

Die Überprüfung der aktuellen Situation und die Entwicklung notwendiger Massnahmen zur Verbesserung ist ein wichtiges Qualitätsentwicklungsprojekt über alle Stakeholder hinweg und fördert auch die Vernetzung.

Die Corona-Pandemie hat neue Lücken aufgezeigt. Im Rahmen eines laufenden Projektes kann sehr zeitnah darauf reagiert werden.